9 Mühlenturm

Neunter Buchstabe: C wie "Christian"

Franz Arnold Gisbert von dem Bottlenberg gen. Schirp

…kam 1720 als zweiter Sohn von Alexander Friedrich von dem Bottlenberg und Theodora Sophia von der  Recke zur Welt. Eltern und Großeltern waren ständig in Geldnöten gewesen, doch das sollte sich in Franz Arnolds Zeit ändern. Mit sieben Jahren verlor er seinen Vater, worauf die Mutter 25 Jahre lang als Herrin von Lüntenbeck waltete. Ungewöhnlich, hätte doch ihr Ältester, Johann Wilhelm, der die 30 hinter sich gelassen hatte, längst der Herr sein können. In ihrem Testament hatte sie den Ältesten, zum Erben Lüntenbecks bestimmt, doch die beiden Brüder hatten andere Pläne. Sie einigten sich, dass Johann Wilhelm  das ebenfalls adelige Haus Scheppen übernahm und Franz Arnold aber Lüntenbeck. Der hatte in der kurpfälzischen Infanterie als Fähnrich Dienst getan. Lüntenbeck erlebte unter ihm  eine der wenigen prosperierenden Zeiten. Es fielen ihm nämlich mehrere Erbschaften zu, um die die Familie z. T. über 100 Jahre vor Gerichten gestritten hatte. So konnte er Umbauten und Verschönerungen durchführen.

Zum Haushalt des Junggesellen gehörten Haushälterin Schlomer, Knecht Joseph Winter und Jäger Henrich Grotenbeck. Im Fachwerkhaus aber war Pächter Oberrhé mit seiner Familie zuhause. Für dessen Sohn Stephan Anton stand Franz Arnold Pate. Franz Arnold blieb unverheiratet. Er setzte seine  Nichte Sophia Dorothea zur Erbin von Lüntenbeck ein. Sie heiratete 17-jährig „auf Haus Lüntenbeck“ Clemens August von Syberg zu Eicks. So blieb Franz Arnold der letzte Freiherr von dem Bottlenberg gen. Schirp in Lüntenbeck. Das adelige Haus war 1784 bei seinem Tod  55.000 Reichstaler wert. War das viel? Für diese Summe erhielt man damals 2.200 Bauernpferde, 55.000 Pfund Schweinefleisch, 110.000 Flaschen Champagner. In Frankfurt entsprach das 183 Jahresgehältern eines Forstverwaltungsjuristen, 458 für einen Gerichtsschreiber.